Die verschiedenen Arten der Wärmedämmung

Wärmedämmung – viele Menschen machen sich derzeit darüber Gedanken. Dabei geht es vor allem darum, die Heizkosten stark zu senken. Die Wärme länger im Haus behalten. Doch wie? Im folgenden werden verschiedene Methoden der Wärmedämmung aufgezeigt. Wo ist sie am effektivsten? Wie bringt man die Dämmung an? Und welche Dämmmaterialien eignen sich am besten?

Die oberste Geschossdecke

Die Dämmung des Daches ist einer der wichtigsten Bestandteile der Wärmeeffizienz. Die meisten Leute achten nicht darauf – und wundern sich, das es im Sommer drückend heiß und im Winter sehr kalt ist. Die Dämmung der obersten Geschossdecke ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ein Schritt in Richtung eines energieeffizienten Hauses.
Diese Art der Dämmung bietet sich an, wenn der Giebel des Hauses nicht bewohnt ist. So reicht hier zum Beispiel ein auslegen von Dämmplatten bzw. von Dämmmatten. Damit Sie die den Dachboden trotzdem noch weiter betreten können, lohnt es sich, auf der Isolierschicht Gipsfaserplatten auszulegen. Auch Spanplatten sind für diesen Zweck geeignet. Beide Plattenarten sind ziemlich leicht und zerstören daher nicht die Dämmung. Achten Sie also auch darauf, das Sie die ausgelegten Platten nicht allzu schwer belasten. Sollte die Dämmung beschädigt werden,wird deren Effizienz um einiges gesenkt.
Verwendung für diese Dämmart finden meistens 14 Zentimeter dicke Dämmmatten. Auch 20 Zentimeter dicke Matten sind verwendbar. Der Aufpreis für die höhere Variante ist dabei recht gering, sodass es sich auf jeden Fall lohnt.

verschiedene Arten der WärmedämmungDas Dach

Sollten Sie den Giebel als Wohn- oder Stauraum verwenden ist die erste Variante nicht mehr anwendbar, da die Belastung auf dem Dämmmaterial zu hoch ist. Hier muss man also zu dem kostenintensiveren Dachdämmen zurück greifen.
Im wesentlichen unterscheidet man hier zwischen drei Arten.

1. Die Zwischensparrendämmung.

Hier liegt das Dämmmaterial in den Zwischenräumen der Dachsparren. Dabei ist dies meist sehr aufwändig, da die Breite der Dämmmatten meist nicht mit der Länge der Zwischenräume überein stimmt. So muss man das Material erst zurecht schneiden. Sollten die Matten kleiner als der Zwischenraum sein, sollte man so lange mehr Material rein stopfen, bis die Zwischenräume komplett ausgefüllt sind. Wichtig ist hier, das kein Loch in der Dämmung mehr zu finden ist. Sind alle Zwischenräume gefüllt, deckt man die Dämmung mit einer sogenannten Dampfsperre ab. Diese Plane verhindert ein Eindringen von Feuchtigkeit und schützt das Material zusätzlich. Über dieser Dampfsperre, die ebenfalls keine Löcher oder Aussparungen aufweisen sollte, bietet es sich nun an Sperrholzplatten zu befestigen. Diese dienen zur Dekoration, da die normale Dampfsperre im Normalfall komplett grau ist. Dies ist vor allem für Wohnräume mehr als unschön.

2. Aufsparrendämmung

Eine weitere Variante ist die sogenannte Aufsparrendämmung. Dabei liegt das Dämmmaterial nicht mehr zwischen den Dachsparren, sondern von außen auf. Das heißt, die Dämmung befindet sich nun zwischen Sparren und Dachziegeln. Dies ist allerdings vor allem bei älteren Häusern äußerst zeitaufwendig und kraftraubend, da man hier nicht mehr so leicht an diese Zwischenräume ankommt. Es bietet sich hier also wieder die erste Variante an. Bei etwas neueren Häusern ist diese Methode allerdings eine gute Variante.

3. Untersparrendämmung

Hier befindet sich das Dämmmaterial, wie der Name schon verrät, von Innen an den Sparren des Daches dran. Ab und zu wird diese Variante auch als Ergänzung zu der Zwischensparrendämmung verwendet. Der Nachteil: Es benötigt viel Platz. Sollten Sie also den Dachboden als Wohnraum nutzen, ist diese Methode nicht sehr nützlich.

Die Fenster Sanierung

Die Fenster sind vor allem in Altbauten ein großes Problem. Der Wärmeschutz Faktor beträgt hier nämlich gefühlt null. Um die größtmögliche Effizienz des Wärmeschutzes heraus zu holen, lohnt es sich, die Fenster einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Sollten Sie Ihre Fenster nun sanieren wollen, vergessen Sie nicht die Fensterfassade. Ein neues Fenster nützt Ihnen nichts, wenn durch die anliegenden Wände trotzdem noch Kälte und Feuchtigkeit in das Haus hinein zieht. Vor allem die Feuchtigkeit ist dabei ein Problem; diese bewirkt einen starken Schimmelbefall. Da Schimmel verschiedenste Krankheiten fördert, vor allem bei Kindern und Älteren Menschen, ist dies auf jeden Fall zu vermeiden. Da hilft dann auch häufiges Lüften leider nichts mehr.
In den meisten Fällen reicht es schon aus, die alten Fenster mit einer Einfach- oder Doppelverglasung mit einem modernen Scheibensystem zu ersetzen. Ebenfalls sollte der Fensterrahmen komplett neu abgedichtet werden.
Dabei hat eine Zweischeiben-Isolierung schon einen 60 prozentigen geringeren Wärmeverlust als eine Einfachverglasung. Eine Dreischeiben-Isolierung besitzt sogar einen 85 prozentigen geringeren Wärmeverlust. Allerdings sind neue Scheibensysteme meist noch bedeutend effizienter. Achten Sie hier allerdings auf die Fensterrahmen – einige ältere Modelle eignen sich nicht für modernere Verglasungen. Lassen Sie sich dabei am besten von einem Fensterbauer beraten.
Bei den Fensterrahmen gibt es die unterschiedlichsten Varianten. Heutzutage sind vor allem Kunststoff- und Holzrahmen weit verbreitet. Rahmen aus Metall werden dagegen eher für Spezialprodukte verwendet, so zum Beispiel für Brandschutzfenster. Die günstigste Variante ist bei Fenster- und Türrahmen das Kunststoff-Mehrkammerprofil.

Die Außenwand

Laut Experten verliert das Haus über die Außenwände ca. 25 – 40 Prozent der Wärme. So ist dieser Teil der Wärmedämmung besonders wichtig. Auch gegen Feuchtigkeit ist hier eine Dämmung besonders wichtig; Schimmel ist ein unfreundlicher Gast in Ihrem Haus.
Wie viel Sie für eine Dämmung der Außenwände bezahlen müssen, ist abhängig von den baulichen Gegebenheiten. Mit hinein spielen ebenfalls die persönlichen Materialvorlieben – immerhin soll es ja auch optisch was hermachen! Die am meisten genutzte Lösung, und nebenbei auch die günstigste, ist ein sogenanntes Wärmedämmverbundsysten. Dabei werden die Dämmplatten, welche in den meisten Fällen aus Styropor bestehen, direkt auf dem Außenputz angebracht. Dabei sollten Sie allerdings auf die Farbe der Platten achten; eine nachträgliche Verputzung des Dämmmaterials ist meist sehr zeitaufwendig und kostenintensiv. Eine weitere Variante ist die Dämmung mit Hanffasern. Diese wird vor allem bei denkmalgeschützten Fassaden angewendet, da diese Variante innen angebracht wird. So bleibt die Fassade erhalten, und der Wärmeverlust wurde trotzdem effizient gestoppt. Im Vergleich zu den Styroporplattten schneidet diese Methode allerdings relativ schlecht ab; Dämmung aus Styropor ist um einiges effizienter. Sollten Sie allerdings Ihre Fassade unbedingt erhalten wollen, dann bieten sich Hanffasern an.
Natürlich gibt es die Styroporplatten in unterschiedlichsten Farben und mit den verschiedensten Designs. Allerdings gefällt es nicht jedem Hausbesitzer. Sie sollten also hier darauf achten, was Ihrem persönlichen Geschmack entspricht.

Der Keller

Bei vielen Wärmesanierungen wird ein ganz wichtiger Bestandteil ganz einfach übersehen: Der Keller. Vor allem bei älteren Häusern ist der Keller meistens komplett ungedämmt. Da hier aber bis zu 10 Prozent der Wärme in das Erdreich eingehen, sollten Sie auch hier Hand anlegen!
Sollten Sie den Kellerraum nur als Lagerplatz verwenden, reicht eine Dämmung der Kellerdecke meistens völlig aus. Im Regelfall wird die Dämmung von unten vorgenommen. Dämmmaterial mit einer Stärke von 6 Zentimetern reicht zwar aus, idealerweise sollten Sie allerdings 12 Zentimeter nehmen.
Sollten Sie den Keller beheizen und sogar bewohnen, ist die Dämmung etwas aufwändiger. Zum einem benötigen Sie eine Fußboden Dämmung. Dies erreichen Sie entweder durch eine Dämm – Bodenplatte, oder durch eine begehbare Dämmlage beziehungsweise durch eine Dämmlage unter Estrich. Hier müssen Sie im Anschluss noch die Türhöhe anpassen, da die Fußbodenhöhe ja gewachsen ist.
Ebenfalls muss eine Dämmung des Treppenfußes vorgenommen werden. Idealerweise können Sie auch die gesamte Treppe in Dämmung einhüllen oder den Treppenraum von angrenzenden Räumen trennen. Dies erreichen Sie durch ein Errichten von Trennwänden, welche Sie ebenfalls dämmen sollten. Allerdings haben Sie dadurch einen relativ großen Raumverlust, da ja einiges von der benutzbaren Fläche nun nicht mehr zugänglich ist. Hier sind also Vor- und Nachteile ganz genau abzuwägen. Haben Sie aber einen Keller, welcher groß genug ist, trennen Sie die Treppe am besten mit Wänden von den angrenzenden Räumen ab.
Ein weiterer Punkt ist die Dämmung der Außenwände. Hier haben Sie die Wahl, ob Sie die Wände von außen oder von innen dämmen; sollten sie sich für die Variante von außen entscheiden, empfiehlt es sich, bis zur Fundamentsohle direkt zu dämmen. Bei einem schon errichteten Haus ist die Nachdämmung von außen allerdings sehr beschwerlich; hier empfiehlt sich eine Dämmung von innen.
Vergessen Sie auch die Kellertür nicht!

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