Praktische Überlegungen zum Treppenlift für die Außentreppe

Man wird beim Begriff des ‘Treppenlifts’ gewöhnlich an einen solchen innerhalb von Wohnungen denken, mit denen Höhenunterschiede überwunden werden sollen durch eine dort lebende gehbehinderte Person. Doch es gibt Treppenlifte auch im Außenbereich, wenn die Haustür nur über eine Treppe erreicht werden kann und der Platz fehlt, um eine Rampe zu installieren. Es kommt hinzu, dass die Anforderungen an einen Treppenlift draußen höher sind als im Innenbereich, da er robuster gebaut sein muss wegen der Witterungseinflüsse, denen er unterliegt. Da denkt man vor allem an Schnee und Eis im Winter, doch auch Nässe zu jeder Jahreszeit muss vom Innenleben des Lifts ferngehalten werden, um seine Funktion zu gewährleisten. Es gibt Anbieter, die eine Heizung der Fahrbahn mit anbieten, hier ist ein Festfrieren oder Hindernisse durch Eis auf der Strecke seltener anzutreffen. Das äußere Material bleibt nicht verschont: es muss Wind und Wetter trotzen können, soll weder ausbleichen durch UV-Bestrahlung (der Sonne), noch spröde werden. Eine Überdachung wäre zwar das Beste für eine Treppenliftanlage im Freien, doch wenn das aus irgendeinem Grund nicht möglich oder erwünscht ist, muss die Installation auch ohne Wetterschutz durchzuführen sein. Neben der Frage nach der Haltbarkeit der verbauten Materialien wird auch zu klären sein, wie die elektrische Installation auszuführen sein wird und welche baulichen Vorschriften zu beachten sind. Treppen sind immer auch Fluchtwege im Brandfall (im Haus), insofern müssen Teilbereiche frei bleiben und der Außenlift darf nicht zum wegversperrenden Hindernis und somit zur Falle werden.

Lifttypen für die Außentreppe

Treppenlift im AußenbereichKonstruktiv zu unterscheiden sind diverse Typen des Treppenlifts, die sowohl von der örtlichen Geografie als auch der Nutzungsart durch den künftigen Benutzer abhängen. Die Art der Behinderung oder ihr Grad bestimmt, ob für eine noch gehfähige Person, für den Rollator-Nutzer oder Rollstuhlfahrer gebaut werden soll. In der Wahl des richtigen Lifts hat der Konstrukteur oder Auftraggeber zu berücksichtigen, ob es sich um eine gerade Treppe oder um eine gekurvte Treppe handelt. Manche Modelle sind speziell für eine davon ausgelegt und mögen inkompatibel mit der anderen sein. Weiter gibt es unter den Treppenlifts neben Klappsitzen, die auf einer Schiene oder einem Rohr hinauf- und hinuntergleiten, Plattformen, die ganze Rollstühle samt Beladung aufnehmen können. Selbst wenn niemand mit einer Behinderung im Haus wohnt oder arbeitet, kann ein Plattformlift für den Transport schwerer Sachen dienen, etwa von der Garage oder einer ebenerdigen Anlieferzone ins Haus. Es liegt auf der Hand, dass die Plattformen für Rollstühle (oder Rollatoren) trotz einer Hochklapp- oder Zusammenfalt-Funktion viel mehr Platz beanspruchen als die Sitze; schon aufgrund der Grundfläche, die nötig ist, um einen Rollstuhl aufzunehmen. Die Bedienung des Lifts kann auf der Plattform oder dem Sitz selbst installiert sein oder in Form von Pulten an den Endpunkten der Strecke, also stationär aufgestellt. Konstruktiv losgelöst von der Treppe böte sich noch die Idee an, einen Aufzug anzubauen, der nicht den Stufen folgt, also rein vertikal verkehrt in der Art eines Lastenaufzugs. Der Vorteil dabei wäre, dass die baurechtlichen Bestimmungen zu Fluchtweg und Brandschutz auf der Treppe nicht berücksichtigt werden müssten.

Die Anforderungen an die Außenmontage und deren Aufwand

Für die Anlage eines Treppenlifts auf der Außentreppe bräuchte man neben dem Bausatz eine Elektroinstallation, die in den Außenbereich Strom führt, um den Lift betreiben zu können, oder, falls vorhanden, einen Akkubetrieb in Ruhestellung aufzuladen. Es ist klar, dass dabei ebenfalls auf Witterungsschutz bei Kabelführung an der Wand entlang und Verrottungsfestigkeit bei einer Verlegung unter den Stufen zu achten ist. Neben den Zuleitungen sind die verwendeten elektrischen und elektronischen Komponeten so zu wählen, dass sie nicht durch hohe Luftfeuchtigkeit, Frost oder auch Hitze in ihrer Funktion ausfallen. Alles muss eine Art ‚Outdoor‘-Eignung mitbringen; von den Teilen, wie man sie in der Haushaltselektronik findet, lässt sich das nicht immer sagen. Für Schalter und Taster bedeutet das eine verkapselte Bauweise. Platinen gehören hinter spritzwassergeschützte Gehäuse. Metallene Teile sind zumindest feuerverzinkt, besser und beständiger in Edelstahl ausgeführt, um nicht zu korrodieren. Kunststoffe und Lackierungen sind so zu wählen, dass sie im Sonnenlicht nicht ausbleichen oder mürbe werden. Sicherungen während der Fahrt können so aussehen, dass die Seitenauffahrrampen einer Plattform angewinkelt stehen oder automatisch hochgeklappt werden bei Fahrtantritt, und Haltebügel den Sitzenden umgeben, sodass er nicht von der Fläche kippen kann. Weiter gibt es einen Gurt zum Anschnallen. Beim Besteigen oder Befahren der Plattform sind Haltebügel natürlich hochgeklappt oder weggedreht, während sie auf Fahrt den Treppensitz oder die Plattform einrahmen, entweder als Barriere oder auch (besonders an einem Sitz) zum Festhalten. Nicht alle Baumuster sind für alle Belastungen geschaffen, es kann Limits an Tragfähigkeit geben. Wenn etwa das Limit 150 kg beträgt, ist das bei einer korpulenten Person mit Rollstuhl rasch erreicht und dieses Modell käme nicht in Frage.

Rechtliche Fragen im häuslichen und gewerblichen Aufstellungsbereich und Zuschüsse

Eine Zugangstreppe zum Hauseingang bleibt auch nach Installation eines Treppenlifts eine Treppe, wobei sie als Fluchtweg und Rettungsweg zu jeder Zeit nutzbar zu bleiben hat, also auch mit einem in Betrieb befindlichen Lift auf ihr. Die Schiene oder sonstartige Führungskonstruktion für Treppensitz oder Plattform darf die Mindestlaufbreite der Treppe von 100 cm ‚nicht wesentlich unterschreiten‘ (DIN 18065). Ist der Lift in einer Parkposition, darf er den Treppenlauf nicht einschränken. Gibt es eine Betriebsstörung, muss sich der Lift auch von Hand in die Parkposition (also aus dem Laufbereich der Treppe) bewegen lassen und darf nicht auf der Treppe festsitzen. Neben einem hochgeklappten Sitz muss eine Restlaufbreite der Treppe von 60 cm bestehen bleiben. Er braucht eine Sicherung gegen unautorisierten Gebrauch und soll soweit möglich aus nichtbrennbaren Materialien bestehen. Aufwendiger sind die Vorschriften für barrierefreien Zugang zu Arbeitsplätzen in Betrieben, die Behinderte beschäftigen wollen und aus diesem Grund die Treppen zu den Gebäuden ‚entschärfen‘ müssen. Immerhin werden die Baumaßnahmen dazu jedoch großzügig unterstützt durch die Integrationsämter, die vier Fünftel der Kosten oder auch alles an Umbaukosten übernehmen und dem Arbeitgeber auszahlen, wenn er die zahlreichen Bedingungen einzuhalten versteht. Auch Berufsgenossenschaft und Unfallversicherung sind hier adäquate Ansprechpartner. Im Privatbereich sieht es anders aus. Man kann sich seit Januar 2015 Hoffnung darauf machen, dass die Pflegeversicherung bis zu 4000 Euro einer Investition in die notwendige Installation eines Treppenlifts als Pflegekosten-Zuschuss übernimmt, sofern eine Pflegestufe vorliegt.

Wie man zu seinem Treppenlift kommt – Alternativen zum Neukauf

Zu den Anbietern von Treppenlifts für die Außentreppe gehören unter anderem die Firmen Fischer-Treppenlifte in Mechernich (HomeGlide für gerade Treppen, HW10 für gekurvte Treppen), Rigert in CH – Küssnacht am Rigi (Plattform mit Sitz: Pegasus Nova II), Ganser in AT – St.Peter (Plattformen GTL 20 für gerade Treppen, GTL 30 für Kurvenanlagen), Lifta in Köln (Allwetter Lifta GTL320, ein Treppensitz), Hillenköter + Ronsieck in Bielefeld (Hiro mit Sitz für gerade und kurvige Treppen), A&P Treppenlifte in Köln (Sitzmodell G540A), oder Sanimed in Ibbenbüren (z.B. Sanimed 20 für gerade Treppen, Sanimed 75 für Kurven). Gebrauchte Treppenlifte sind nicht nur auf dem freien Markt, sondern manchmal auch über die Herstellerseiten erhältlich, dort können ebenso Mietlifte oder Leasingmodelle angeboten werden. Über Neupreise ist wenig zu erfahren, da die Kosten nach Aussagen der Hersteller neben der Grundmodellauswahl stark von der Beschaffenheit des Aufbauortes des Außentreppenlifts abhängt, also der Anzahl Stufen, die zu überwinden sind, ob Kurven nachzubilden sind und je nachdem wie die Steuerung aussehen soll. Es kann die Montage nicht jedem Handwerker überlassen werden, man möchte auch diesen Bereich abdecken mit eigenen Monteuren und bezeichnet jede Arbeit als Maßanfertigung. Das macht den Bezug von gebrauchten Anlagen über Rücklauf zu den Herstellern plausibel, denn für einen Weiterverkauf und Installation beim Zweitbesitzer verfügen diese über die passenden Teile für eine Angleichung an und Ergänzung für die neue Örtlichkeit. Die Modelle sind untereinander, wenn sie nicht gerade auf dieselbe Fabrik zurückgehen, nicht austauschbar und können in allen Bestandteilen und der Steuerungstechnik inkompatibel sein, auch in der Frage der Fahrbahnführung; ob an der Wand oder über die Stufen, auf einer Schiene oder auf einem (Doppel)Rohr – alles scheint möglich. Außerdem darf kein Eingriff erfolgen, der der TÜV-Baumusterprüfung zuwiderhandeln würde, weil dann die Sicherheit in Frage gestellt wäre und die Zertifizierung der Konstruktion ihre Gültigkeit verlieren könnte.

Schlussempfehlungen zum Treppenlift

Da bei der Neuanlage eines Treppenlifts für die Außentreppe hohe Kosten entstehen, ist ein wichtiger Punkt die gründliche Erfassung der örtlichen Begebenheiten, ehe man sich auf die Suche nach einem Anbieter macht. Er wird zweifelsohne nach diesen Maßen fragen, um sein Angebot machen zu können. Angesichts dessen scheint ein Pauschalangebot zum Festpreis unseriös, wenn der Anbieter die so preisintensiven Fakten nicht abruft. Die Genauigkeit der Datenerfassung wird auch sicherstellen, dass später keine unerwarteten Zusatzkosten entstehen, die damit entschuldigt werden, dass die Lage vor Ort doch anders ist als vorausgeplant. Wenn der Installateur es noch nicht vorsieht, ist eine Überdachung des Abstellplatzes oder eine Hülle für Sitz oder Plattform eine gute Idee, die Anlage schonend bereitzuhalten. Eine für die Unterbau-Substanz schonende Montage ist vorzuziehen, da damit nach Wegfall der Notwendigkeit der Anlage ein Abbau (und Weiterverkauf?) ohne bleibende Schäden und damit Wertverlust für den Hauszugang wahrscheinlicher wird.

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