Wie kann man Schimmel auf der Tapete entfernen?

Schimmel in der Wohnung – Die Hintergründe

In jeder Wohnung und in jedem Haus herrscht eine gewisse Grundfeuchte vor. Steigt dieses Niveau über einen Schwellenwert durch schlechte Bebauung und unsachgemäße Nutzung des Wohnraums hat man im Nuh Schimmel auf oder gar unter der Tapete und an den Wänden. Zwar sind Schimmelpilzsporen überall in der Luft vertreten, jedoch sind diese aufgrund der geringen Konzentration harmlos. Gefährlich wird es erst wenn der Schimmelpilz tatsächlich auf der Tapete sichtbar wird. Es drohen chronische Atemwegserkrankungen und Verlust an Bauwertsubstanz.

Der Schimmelpilz, von denen Wissenschaftler inzwischen mehrere 1000 Arten kennen, fühlt sich besonders in unseren Wohnungen heimisch. Hier hat der Pilz ideale Lebensvoraussetzungen: Wärme, Feuchte (und damit Wasser), organisches Material als Nahrung (Hautschuppen, Staub, Haare, Essensreste). Erste Hinweise auf einen akuten Schimmelpilzbefall an der Tapete sind ein modrig-muffiger Geruch, blau-grüne feuchte Verfärbungen an der Tapete und im fortschreitenden Stadium auch Befall weiterer Schädlinge und unliebsamer Mitbewohner wie Kellerasseln oder Silberfischchen.

Die Zeiten in denen Bewohner aber allein durch mangelnde verantwortungslose Nutzung des Wohnraums für Pilzbefall schuld sind, sind vorbei. Immer neuere Dämmmethoden, Energiesparauflagen, moderne Fenster und Türen sollen vor allem eins: Gut dämmen und äußere Umweltfaktoren wie Kälte und Nässe vor der Haustür lassen. Das hält die warme Luft des Wohnraums zwar drin, jedoch wird dadurch aber auch der Gasaustausch mit der Umwelt stark eingeschränkt. Feuchte, warme Luft, die früher doch durch das eine oder andere Schlupfloch in der Bausubstanz entweichen konnte, bleibt heute in den modernen Wohnungen zurück. In dunklen und selten benutzten Ecken der Wohnung kondensiert dann die feuchte Luft als klammer Niederschlag auf den Wänden und der Tapete. Ein idealer Nährboden für den Schimmelpilz. Idealerweise beträgt eine gesunde Raumluftfeuchte 40 % bis 60 %, darüber wird die Ausbreitung von Schimmelpilz stark begünstigt. Um mögliche Risiken auszuschließen, empfiehlt sich die Verwendung eines Hygrometers, das zuverlässig den Wassersättigungsgrad der Raumluft misst. Daraus ableitend können erste Vermutungen angestellt werden, wo sich Schimmelpilz in der Wohnung aufhalten könnte.

Wie Schimmel effizient vermieden werden kann

Die beste Vorsorge gegen Schimmel an den Wänden und auf der Tapete bleibt daher immer noch: regelmäßiges, richtiges Lüften. Ziel ist es abgestandene, feuchte Luft mit frischer und trockener Außenluft auszutauschen. Damit wird dem Pilz die Lebensgrundlage ständig entzogen. Entscheidend ist aber wie Sie richtig lüften. Langes Lüften nur mit angekippten Fenstern hat einen nachteiligen Effekt. Es dauert hier bis zu einer Stunde, bis die Raumluft genügend ausgetauscht ist. Aufgrund der langen Dauer kann sich gerade dann Kondensationsfeuchte an den Wänden bilden, da die Raumtemperatur sinkt und sich so Feuchte an der Tapete sammelt. Effizienter sind kurze Stoßlüftungen und Durchzug.

Bei der Stoßlüftung wird mit komplett offenem Fenster Frischluft in den Raum gelassen. Nach ungefähr 10-20 min. ist dann die Raumluft ausgetauscht und verhindert ansiedeln von Pilzsporen. Das Fenster muss nach dem Lüften zügig wieder verschlossen werden. Ein kompletter Durchzug ist aber bei weitem am effektivsten. Nach nur wenigen Minuten findet ein kompletter Luftaustausch statt ohne, dass die Wohnung zu sehr abkühlt und damit Möglichkeiten der Bildung von Kondensationsfeuchte vorgebeugt wird.

Im besonderen sind aber vorwiegend Kellerräume von Schimmelpilzbefall bedroht. Falsches Lüften hat hier noch stärkere Konsequenzen, als im Rest der Wohnung oder des Hauses. Gerade im Sommer, wenn die Außentemperatur deutlich über der Temperatur des Kellers liegt, kommt es definitiv zur Bildung von Kondensationsfeuchte auf Wänden und Tapeten. Aber auch schlecht isolierte Heizwasserleitungen, die im Keller verlaufen, machen es Mietern bei der Vorbeugung von Schimmel nicht gerade leicht. Sind Kaltwasser- direkt neben Warmwasserleitungen auch noch schlecht isoliert verlegt, bildet sich hier schnell Schwitzwasser und bietet weitere Siedlungsgebiete für Schimmelpilze. Undichte oder ungenügend isolierte Rohrleitungen, Baumängel oder schlecht verputzte Wanddurchgänge sind typische Orte an denen sich Schimmel an den Kellerwänden bilden kann. Im Keller stellen übrigens diese Baumängel über die Hälfte aller Ursachen für Schimmelpilzbefall dar. Zu einem Drittel ist dann meistens schlechtes Lüften schuld.

So entfernen Sie Schimmel zuverlässig auf der Tapete

Schimmel auf der Tapete entfernenNun kann es aber trotz dieser Maßnahmen immer passieren, dass Wände und Tapete vom Schimmelpilz befallen werden. Ist dieser Befall noch überschaubar und erstreckt sich nur über wenige Stellen und Flecken auf der Tapete ist oft schnell mit Mitteln aus dem örtlichen Baumarkt geholfen.

Es gibt dort Sprays, die zahlreiche Fungizide (pilzabtötende Stoffe) enthalten. Im Vorfeld sollten Sie unter keinen Umständen versuchen den Pilz mit einem nassen oder trockenen Lappen wegzuwischen. Im letzteren Fall verteilen Sie nur noch zusätzlich Pilzsporen im Raum durch ein Aufrauen der Oberfläche. Beim nassen Abwischen wiederum erwischen Sie nur die oberste Schicht und verstopfen zusätzlich die Materialporen der Tapete, wodurch das Spray nicht genügend in die Wände einziehen kann. Einmal auf die betroffene Tapetenstelle gesprüht, zieht das Spray samt Fungiziden in die Tapete ein. Die Pilzgiftstoffe bekämpfen dann beim Einziehen den Pilz bis in die Putzschicht. Wichtig ist aber das Spray ausreichend lang wirkend zu lassen, die Einwirkzeiten weichen zwischen den Herstellern voneinander ab.

Besteht bereits ein mittelschwerer Pilzbefall, an dem größere Flecken deutlich zu sehen sind, gibt es derartige Sprays zusätzlich mit Chlor. Dieses Chlor wirkt zusätzlich bleichend auf die betroffene Fläche, wenn der Fleck absolut nicht mehr auf der Tapete zu übersehen ist. Solche Sprays sollten Sie jedoch nur in gut gelüfteten Räumen verwenden, denn die entstehenden Chlordämpfe sind giftig. Zusätzlich wird ein Tragen von Mundschutz und Handschuhen empfohlen, um bei einem mittelstarken Befall nicht noch mehr Pilzsporen freizusetzen und giftige Chlordämpfe einzuatmen. Ist die betroffene Stelle zu stark ausgeprägt, müssen Sie die Tapete erneuern. Es empfiehlt sich hier die Stelle mit Tape abzukleben und dann zu entfernen, um weiteres Ausbreiten von Sporen zu verhindern. In Kinder- und Babyzimmern sollten Sie die Verwendung von Chlorsprays vermeiden, es gibt hier spezielle Alternativen. Das Aussetzen von Kindern und Babys unter Chlordämpfe stellt eine akute Gefahr für das Kind dar! Generell sollten Kinder, kranke Menschen, Schwangere und immungeschwächte Personen sich weder im betroffenen Raum aufhalten noch bei der lokalen Sanierung helfen.

Bei wirklich starkem Befall an kompletten Wänden sollten Sie definitiv professionelle Hilfe zu Rate ziehen. Derartiger Befall ist selbst mit massivem Einsatz von Chlorspray kaum entgegenzutreten, da dann häufig die sichtbar betroffene Stelle nicht die einzige ihrer Art sein wird. Firmen, die sich auf die großflächige Bekämpfung von Schimmel spezialisiert haben, verwenden dann industrielle Flächensauger, die Staub, Schmutz samt Schimmelpilz von den Wänden aufsaugen.

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