Was tun gegen Luftfeuchtigkeit im Haus

Viele Menschen kennen dieses Problem. Beim Aufstehen frühmorgens sind die Fenster des Schlafzimmers von Innen beschlagen, im Extremfall sind sie sogar pitschnass und eine Pfütze beginnt sich auf dem Fensterbrett auszubreiten. Küche und Badezimmer sind weitere Räumlichkeiten, die häufig die Bewohner mit Erscheinungen dieser Art konfrontieren. Dass Feuchtigkeit vor allem in den Nachstunden an der Innenseite von Wohnungsfenstern zu kondensieren beginnt, liegt an dem großen Temperaturunterschied zwischen Innen und Außen begründet. Überschüssige Luftfeuchtigkeit schlägt sich gerne an kalten Gegenständen nieder, und die im Vergleich zu den Wänden kaum isolierenden Fenster sind nunmal der kälteste Gegenstand im Raum. Besonders schlimm tritt dieses Phänomen daher in den Wintermonaten zu Tage.

Feuchtigkeit in der Wohnung kann die Gesundheit beeinträchtigten

Was auf den ersten Blick nur ärgerlich erscheint, kann jedoch im schlimmsten Fall auch gesundheitsschädlich werden, spätestens wenn sich durch die hohe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung Schimmel auszubreiten beginnt. Zusammenhänge zwischen dem Vorhandensein von Schimmelpilzsporen und Reizungen der Atemwege beim Menschen wurden schon seit Längerem vermutet und unlängst auch durch Studien der WHO nahegelegt. Im äußersten Fall kann es bei Bewohnern einer hochgradig von Schimmel heimgesuchten Wohnung sogar zu Allergien, Asthma und anderen chronischen Hustenerkrankungen kommen.
Feuchtigkeit im Haus

Den Ursachen auf den Grund gehen

Um der Feuchtigkeit in der Wohnung oder im Haus Herr zu werden, gibt es jedoch einige Strategien. Zunächst einmal sollte sondiert werden, woher die Feuchtigkeit kommt. Ist etwa aufsteigende Nässe im Mauerwerk schuld? Hier kann die Untersuchung eines Fachmannes leicht Klarheit verschaffen. Gibt es undichte Stellen im Dach? Oder ist am Ende eine leckende Leitung Schuld an der Misere? Letzteres wird meist auch durch besonders feuchte Stellen an Decken oder Wänden offensichtlich. Sollte wirklich ein Defekt an Bausubstanz oder Haustechnik verantwortlich für die Feuchtigkeit sein, so ist Handlungsbedarf geboten. Das Problem muss hier direkt an der Wurzel gepackt werden, alles andere wäre nur Kosmetik. Bei einer Mietwohnung liegen diese Maßnahmen natürlich im Verantwortungsbereich des Vermieters.

Feuchtigkeit in der Wohnung war früher eher untypisch

Anders sieht es dagegen aus, wenn die hohe Luftfeuchtigkeit in den Räumen durch ungenügendes oder falsches Lüften verursacht wurde. Dies ist in der Tat oftmals der Hauptgrund für beschlagene Fensterscheiben und Schimmelbildung. Verantwortlich ist aber auch die heute mit hohem Aufwand betriebene Dämmung moderner Neubauten und sanierter Altbauten. Menschen frühere Dekaden kannten dieses Problem nicht. Bei ihnen war Schimmelbildung weit öfter auf feuchtes Mauerwerk zurück zu führen. Intakte Bausubstanz vorausgesetzt, sorgte aber das luftdurchlässige Mauerwerk für kontinuierliche Belüftung, die Wände konnten noch „atmen“. Zugige Fenster und Türen, die vor der Einführung der Gummidichtung niemals wirklich dicht schlossen, taten ihr Übriges für einen regelmäßigen Luftaustausch in den Räumen. Auch Kamine und Kachelöfen, die ihr Feuer aus der Raumluft speisten und dadurch für einen Abzug der verbrauchten Luft sorgten, entfeuchteten wirksam die Wohnräume.

Richtiges Lüften beugt Feuchtigkeit vor

All diese Faktoren sind jedoch in modernen Häusern und Mietwohnungen meist nicht mehr gegeben. Daher müssen die Bewohner selbst Sorge tragen, um die Raumluft regelmäßig auszutauschen.
Dazu gehört zunächst einmal regelmäßiges und vor allem korrekt durchgeführtes Lüften. Gelüftet werden sollte mehrmals am Tag, mindestens zweimal, besser jedoch dreimal oder sogar noch öfter. Wer tagsüber nicht zu Hause ist, der lüftet die Wohnung am besten einmal nach dem Aufstehen und einmal in den Abendstunden. Mit frischer Luft schläft es sich schließlich auch viel angenehmer und der Schlaf ist erholsamer. Wer den Tag zu Hause verbringt, der sollte auch mindestens während der Mittagsstunden noch einmal richtig lüften, vor allem wenn gekocht wird. Durchzug ist das Mittel der Wahl, um feuchte und verbrauchte Luft möglichst effizient nach Draußen zu befördern.
Entscheidend ist aber auch die Dauer des Lüftungsvorganges. Sie richtet sich nach den Außentemperaturen beziehungsweise Jahreszeiten. Um ein starkes Auskühlen der Räume zu vermeiden, sollte in den Wintermonaten, vor allem bei strengen Minusgraden, nur kurz gelüftet werden. Fünf Minuten Durchzug bei weit geöffneten Fenstern sind hier oft völlig ausreichend, bei entsprechend kleinen Räumen (oder großen Fenstern) genügt durchaus auch weniger. Es sollte vermieden werden, dass die Einrichtung zu stark dabei auskühlt, da dadurch der Heizaufwand steigt. Es sollte im Winter zudem vermieden werden, Räume unbeaufsichtigt zu lüften, da diese meist sehr viel schneller auskühlen als erwartet. Fällt die Temperatur zu stark ab, kann dies außerdem für Zimmerpflanzen fatal werden. Die Heizung sollte übrigens zum Lüften immer abgedreht werden. Wie oft kommt es vor, dass Fenster doch einmal vergessen werden zu schließen und dann mit Erschrecken festgestellt werden muss, dass die Heizung noch offen war!
Im Frühling und Herbst kann es dann durchaus sinnvoll sein, längere Zeit zu lüften. Bei milder Witterung sind 15 bis 30 Minuten angebracht. Im Sommer kann es schließlich nicht schaden, Fenster dauerhaft angekippt zu lassen, um einen kontinuierlichen Luftaustausch zu ermöglichen. Dies entzieht dem Schimmel völlig die Lebensgrundlage und verringert so auch die Wahrscheinlichkeit seines Wachstums in der kalten Jahreszeit.

Besonderheiten bei Küche und Badezimmer beachten

Besondere Hinweise müssen bei der Belüftung von Spezialräumen wie Küche und Badezimmer beachtet werden, da hier in verstärktem Maße Feuchtigkeit in die Raumluft gelangt. Gut beraten ist, wer in der Küche eine Dunstabzugshaube sein Eigen nennen kann. Doch auch ohne diese ist eine gründliche Belüftung der Kochstelle möglich. Beim Kochen und Braten sollte das Küchenfenster möglichst weit geöffnet werden. Die meisten Leute werden aber einen Durchzug vermeiden wollen, um nicht selbst in der Zugluft stehen zu müssen und um zu verhindern, dass Küchendünste in die Wohnräume gelangen. Nachdem die Arbeiten in der Küche beendet sind, sollte das Fenster noch eine Zeitlang geöffnet bleiben, um alle Dämpfe entweichen zu lassen. Bei bitteren Minusgraden ist die beschriebene Methode natürlich nicht praktikabel. Hier sollte man das Fenster während der Essenszubereitung nur ankippen, dafür aber anschließend umso gründlicher Durchlüften. Es darf zudem nicht vergessen werden, dass auch das Spülen und Abtropfenlassen von Geschirr, vor allem wenn heißes Spülwasser eingelassen wird, nicht unerhebliche Mengen an Feuchtigkeit freisetzt. Daher sollte auch während des Abwaschens gelüftet werden.
Das Bad ist der Feuchtraum Nummer eins in der Wohnung. Hier zeigt sich Schimmelbefall am häufigsten. Ausgiebiges Lüften mit weit geöffnetem Fenster ist nach dem Baden und Duschen Pflicht. Auch nach Benutzung der Waschmaschine ist eine Lüftung anzuraten. Wenn möglich, so lässt man das Badezimmerfenster auch während des Tages einen Spalt weit geöffnet, da durch Waschbecken und Toilette hier immer ein wenig Feuchtigkeit in die Raumluft gelangt.

Feuchtigkeit stört vor allem im Schlafzimmer

Lästig ist Kondenswasser an den Fenstern oftmals im Schlafzimmer. Wer aufgrund kalter Außentemperaturen oder störenden Verkehrslärms sein Schlafzimmerfenster nachts nicht offen lassen möchte, der kann sich mit Folgendem Trick behelfen: Der Fenstergriff wird auf 1-Uhr-Stellung gebracht und leicht daran gezogen. Nun öffnet sich das Fenster einen winzigen Spalt weit, ohne aber ganz zu entriegeln. Man fühl dies sehr gut an einem leichten Luftzug am Fensterrahmen. Durch diese Maßnahme lässt sich die Feuchtigkeitsbildung bereits dramatisch reduieren. Wer nach dem Aufstehen von pitschnassen Fensterscheiben überrascht wird, der sollte diese recht bald mit einem Lappen oder Küchenpapier trocken reiben und anschließend mit Fensterreiniger putzen. Feuchtigkeit kondensiert nämlich besonders gut an winzigen Schmutzpartikeln.

Letzter Ausweg Raumentfeuchter

Sollten die beschriebenen Maßnahmen dennoch nicht helfen, empfiehlt sich auch die Anschaffung eines Luftentfeuchters. Hier reicht die Bandbreite von sehr günstigen Fabrikaten, die einfach nur als Gefäß für ein Feuchtigkeit absorbierendes Granulat dienen, bis hin zu aufwändigen, elektrisch betriebenen Geräten, die gleichzeitig auch als Heizung dienen können.

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