Aspergillus Fumigatus – Welche Gefahr steckt hinter diesem Pilz wirklich?

Unter der Bezeichnung Aspergillus Fumigatus versteht man einen Schimmelpilz, der zur Gattung der Gießkannenschimmel, also der Aspergillus zählt. Dieser lateinische Name wurde gewählt, da fumus übersetzt Rauch bedeutet und die Farbe dieses Pilzes grün wie Rauch ist. Die Farbe erhält der Schimmelpilz aufgrund eines Pigments in den Pilzsporen.

Dieser Schimmelpilz wächst entweder in samtenen oder tief gefalteten Kolonien. Ebenso kann er in stark flockigen Kolonien gedeihen. Charakteristisch sind die sowohl glatten als auch kurzen Konidiophore, die maximal 300 Mikrometer hoch werden. Nur in seltensten Fällen erreichen sie eine Höhe von 500 Mikrometer.
Der Durchmesser beträgt zwischen fünf und acht Mikrometer und in Richtung Vesikel werden sie immer grüner. Die Vesikel, in welche sich die Stiele öffnen, sind meist nur im oberen Bereich fruchtbar.

Beschreibung des Lebenszyklus

Der Lebenszyklus dieses Schimmelpilzes hat seinen Beginn als Konidie. Unter der Bezeichnung Konidie versteht man winzig kleine Schimmelpilz-Sporen, die äußerst widerstandsfähig sind und einen Zellkern besitzen. Weder hohe Temperaturen noch Trockenheit oder diverse Desinfektionsmittel können diesen Sporen etwas anhaben.
Steht den Sporen genügend Wasser zur Verfügung und sind ausreichend Nährstoffe vorhanden, so können die Sporen keimen. Zudem bilden sich einzelne Hyphen, welche sich Schritt für Schritt immer mehr verzweigen. Hat sich ein dichtes Geflecht aus Hyphen gebildet, so nennt man dieses Myzel. An der Myzel-Oberfläche kommt es zur Ausbildung von einzelnen Konidiophoren. Diese besitzen ein winziges Köpfchen und deren Aufgabe ist es, neue Sporen zu produzieren. Jede Konidiophore kann bis zu 10000 Sporen ausbilden. Aufgrund der Luftverwirbelungen in Räumen, sei es beim Lüften, beim Gehen oder Nießen, werden die neuen Sporen im gesamten Raum verteilt.
Die Schimmelpilz-Gattung Aspergillus Fumigatus zählt zwar zu den sich asexuell fortpflanzenden Fungi imperfecti, jedoch gibt es seit 2005 Hinweise auf eine sexuelle Vermehrung.

Wo ist der Aspergillus Fumigatus verbreitet?

Der kosmopolitisch verbreitete Schimmelpilz zählt zu den am meisten verbreiteten Spezies weltweit. Kaum eine andere Lebensform ist sowohl in der Wüste als auch an den Polen überlebensfähig. Der Aspergillus Fumigatus ist äußerst tolerant gegen Kälte und er kann auch bis zu 48 Grad Celsius überleben.
Dieser Schimmelpilz kann zahlreiche Stoffe zersetzen und man findet ihn großteils auf Pflanzenteilen, die verwesen.

Pathophysiologie

Dieser Schimmelpilz ist ein Produzent unterschiedlicher Mykotoxine. Er produziert neben Fumagillin und Funitremorgin auch Sphingofungine. Immer wieder befällt der Aspergillus Fumigatus Saatgut, welches sowohl von Tieren als auch von Menschen verzehrt wird. Bis dato sind Vergiftungserscheinungen unbekannt und schlecht erforscht.

Welche Krankheiten können ausgelöst werden?

Der Schimmelpilz kann drei unterschiedliche Typen von Krankheiten auslösen.
Allergiker, die an leichtem Aspergillem Asthma leiden, sollten darauf achten, dass sich in den eigenen vier Wänden keine Schimmelsporen befinden. Ebenso kann eine Farmerlunge von diesen Schimmelsporen her resultieren.
Neben Allergien kann der Spergillus Fumigatus auch zu einem Pilzbefall führen, der Aspergillom genannt wird. Hierbei setzen sich die Pilze in der Lunge fest und nisten sich dort ein.
Es ist auch bekannt, dass dieser Schimmelpilz bei immunsupprimierten Patienten zu einer invasiven Aspergillose führen kann. Darunter versteht man eine sehr gefährliche Infektion, mit einer Sterberate von 50 bis 95 Prozent. Die eingeatmeten Sporen des Schimmelpilzes können speziell bei Aids-Kranken oder Personen, die eine Knochenmarkspende hinter sich haben, verheerende Wirkungen haben. Die Sporen können aufgrund der Immunschwäche nicht abgetötet werden, sie können sich einnisten und beginnen, auszukeimen. Somit bilden sich in der Lunge Myzel aus, die über das Blut im Körper verteilt werden. Sobald sich der Schimmelpilz bis in das zentrale Nervensystem verbreitet hat, ist es häufig schon zu spät und die Patienten können sterben.

Gefahr für Tiere

Dieser Schimmelpilz ist nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere gefährlich. Großteils sind Hunde und Vögel betroffen.

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