Schimmelpilze – zwischen wirksamen Eigenschaften und lebensbedrohlicher Belastung

Schimmelpilze werden von jeher mit negativen Eigenschaften assoziiert und sind ein prägnantes Anzeichen von einem beginnenden Gärungsprozess bei Lebensmitteln oder der Ausbreitung von krankheitserregenden Stoffen. Gerade in Gebäuden sind sie daher wohl der Albtraum von jedem Hausbewohner, denn ihr Auftreten bedeutet stets eine erhebliche gesundheitliche Belastung. Dabei ist der Schimmelpilz nicht grundsätzlich ein Parasit, sondern führt hauptsächlich ein Dasein als ungefährlicher Organismus in der freien Natur, welcher organische Produkte durch den Stoffwechsel abbaut.

Der Schimmelpilz – harmloser Saprobiont oder gefährlicher Human-Parasit

Schimmelpilz BefallAls Schimmelpilze werden filamentöse Pilze bezeichnet, die zu den Gruppen der Schlauchpilze (Ascomyceten) und Jochpilze (Zygomyceten) zählen. Die meisten von ihnen sind vollkommen harmlos und gehören zu den natürlichen Bestandteilen der Umwelt.
Hierbei fungieren sie als Saprobiont und ernähren sich von abgestorbenen Substanzen.
Da Schimmelpilze sich über die Luft verbreiten, sind sie außerdem nahezu überall zu finden. Während sich manche der Schimmelpilze dabei durch ihre Eigenschaften für diverse Einsatzbereiche sehr gut eignen, können andere schnell zu einer erheblichen Belastung für Menschen und Tiere werden. Demnach sind ihr positiver Einfluss und ihre schädlichen Auswirkungen ziemlich eng miteinander verbunden.
Die Ursachen für ihre Entstehung sind äußerst vielfältig, weswegen Schimmel gewollt hervorgerufen werden kann oder bedingt durch äußere Umstände auftritt. Gerade der gefährliche Schimmel in Wohnräumen hat aber einen entscheidenden Auslöser, die Feuchtigkeit.

Die Entstehung von Schimmelpilz – schleichender Prozess mit verschiedenen Gründen

Schimmelpilze kommen in den unterschiedlichsten Bereichen vor. Bis auf wenige Ausnahmen, wie dem Einsatz als Edelschimmel bei der Käseherstellung oder der Verwendung in Zitronensäure sowie Penicillin, sind sie meistens ein deutliches Warnzeichen.
Während sie auf Lebensmitteln daher ein Symbol für das Verderben sind, resultieren sie auf Papier aus einer zu hohen Luftfeuchtigkeit und zerstören die Schriftstücke.
Auch in Bauwerken findet sich häufig Schimmel. Wenngleich sich jener theoretisch in jedem Gebäude einnisten könnte, ist das Risiko hierbei nicht für alle Bauobjekte gleich groß. Schließlich müssen die Lebensbedingungen für ihn optimal sein, um seine Verbreitung zu begünstigen. Dazu gehört in erster Linie ein feucht-warmes Klima, denn Feuchtigkeit ist ein Garant für Schimmel. Im Allgemeinen gibt es hier allerdings zwei verschiedene Arten, die sein Auftreten hervorrufen. Zum einen kann Feuchtigkeit von außen in das Gebäude eindringen, wenn das Mauerwerk Mängel aufweist, Zimmerdecken sowie Wände Risse haben, die Dämmung unzureichend ist oder defekte Wasserleitungen vorhanden sind und zum anderen könnte Feuchtigkeit von innen durch Kondensation entstehen. So erzeugt eine hohe Raumtemperatur bei vergleichsweise kalten Außentemperaturen mehr Kondenswasser. Wird jenes daraufhin nicht ausreichend durch richtiges Lüften abgeleitet, kommt es zu der Schimmelbildung in Wohnhäusern, Büro- oder Geschäftsräumen.
Jene tritt anfangs jedoch im Verborgenen auf, was eine ungehinderte Ausweitung der Problematik zur Folge hat. Insbesondere Fensterstürze, Rückwände von Schränken, Ecken in Waschküchen, Bädern oder Kellern, Möbel sowie Tapeten sind demnach erste Stellen, an denen Schimmel auftaucht. Da jener zunächst weder optisch noch durch einen unangenehmen Geruch in Erscheinung tritt, wird er oftmals lange Zeit nicht bemerkt.
Kommt es dann zu den charakteristischen, dunklen Verfärbungen an den betroffenen Bereichen und der stechende Geruch setzt ein, befindet sich der Schimmelbefall bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Dies ist ein eindeutiges Alarmsignal und es sollten entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden, weil Schimmelpilze den menschlichen und tierischen Körper erheblich belasten können.

Die Auswirkungen von Schimmelpilz – verkannte Risiken für den Organismus von Menschen und Tier

Schimmelpilze sind nicht nur unangenehm aufgrund ihrer Optik und dem üblen Geruch, sie stellen auch ein hohes Gesundheitsrisiko für Menschen und Haustiere dar.
Gerade die konstante Geruchsbelästigung beeinträchtigt jene erheblich. Dadurch werden die sensiblen Schleimhäute gereizt und es kommt eventuell zu Kopfschmerzen, brennenden Augen oder Nasen- und Rachenproblemen. Zudem kann Schimmel die Atemwege belasten und zu einem allgemeinen Unwohlsein führen. Vor allem bei Asthmatikern können sich diese Atemprobleme sogar zu einer lebensbedrohlichen Gefahr ausweiten.
Je nach Art des Schimmelpilzes könnten allerdings noch weitere Symptome auftreten. Demnach können manche Pilzsporen spezielle, schwere Allergien auslösen, während die Endprodukte des Stoffwechsels bei Pilzen teilweise toxisch wirken und Vergiftungen hervorrufen.
Nicht die einzigen Risiken, denn Schimmelpilz kann auch die Gefahr für diverse Infektionen erhöhen.
Grundsätzlich ist das Ausmaß dieser gesundheitlichen Belastung natürlich bei jedem Menschen unterschiedlich, weswegen vor allem Personen mit einem schwachen Immunsystem, die sehr empfindlich sind, wie alte oder kranke Personen und Kinder, stärker auf den Befall von Schimmelpilz reagieren. Doch unabhängig davon, wie stark jemand unter den Auswirkungen von Schimmel leidet, sollte das Problem schnellstmöglich behoben werden, um schwerwiegende, lebensgefährliche Konsequenzen zu vermeiden.

Die Bekämpfung von Schimmelpilz – Kombination aus Ursachenbeseitigung und Sanierung

Bekaempfung von SchimmelpilzenWenn sich in den eigenen vier Wänden erste Anzeichen für einen Schimmelpilzbefall bemerkbar machen, besteht dringender Handlungsbedarf. Dabei sollten jedoch keine unüberlegten Aktionen folgen, denn jene könnten das Problem womöglich noch verschlimmern. Stattdessen ist es ratsam, zunächst einen Fachmann zu konsultieren, der die betroffenen Räumlichkeiten eingehend untersucht. Die Messung des Schimmelpilzanteils sollte dann allerdings nur in einem Labor stattfinden, welches sich durch eine Qualitätssicherung auszeichnet. Wird der Verdacht daraufhin tatsächlich bestätigt, sind mehrere Faktoren entscheidend, um den Schimmelpilz vollständig und dauerhaft zu beseitigen.
Dementsprechend ist eine oberflächliche Bekämpfung der Problematik an deren Ursprungspunkt lediglich eine vorübergehende Maßnahme und keine langfristige Lösung. Wer die gefährlichen Schimmelpilze effektiv vernichten will, muss daher sowohl deren Ursache herausfinden und beheben als auch die geschädigten Bereiche fachgerecht sanieren lassen. Dadurch werden nicht nur die sichtbaren Spuren beseitigt, sondern gleichzeitig abgestorbene Mikroorganismen entfernt, welche sonst gesundheitsschädlich wären.
Wichtig ist hierbei, die behandelten Räume lange genug austrocknen zu lassen, damit sich nicht wieder neue Feuchtigkeit bildet.
Für gewöhnlich setzen Fachleute sogenannte Fungizide ein, die den Schimmelpilz vernichten. Jene sollten jedoch keinesfalls von Laien angewandt werden, weil sie eine hochgiftige Wirkung auf Menschen und Tiere haben. Außerdem ist dringend davon abzuraten, die Schimmelbildung in Eigenleistung zu entfernen, denn eine gewisse Erfahrung im Umgang mit der Materie und fundiertes Fachwissen sind Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Problemlösung.
Wer trotzdem etwas gegen Schimmel im Haus unternehmen möchte, sollte sich um vorbeugende Methoden kümmern. Damit es nämlich gar nicht erst zu einem Schimmelpilzbefall kommen kann, ist die richtige Prävention unverzichtbar für jeden Hausbewohner. Dazu gehört in erster Linie eine ideale Raumtemperatur. Schließlich können Schimmelpilze nur dann entstehen, wenn sie die optimalen Lebensbedingungen vorfinden, nämlich feucht-warme Luft. Deswegen empfiehlt sich mehrmals täglich ein Stoßlüften, denn die dadurch entstehende Zugluft ist ein natürlicher Feind des Schimmels. Außerdem wird somit verhindert, dass das Raumklima zu feucht und heiß ist.
Des Weiteren sollten Zimmer, in denen Wäsche trocknet, immer ausreichend belüftet werden, sodass die Feuchtigkeit schnell wieder entweichen kann und sich nicht staut. Zusätzlich wäre es sinnvoll, die Türen von Bädern und Küchen während des Duschens sowie den Kochvorgängen geschlossen zu halten und gleichzeitig die Fenster zu öffnen, da die feuchte Luft sich so nicht im Haus ausbreitet und sofort entweichen kann. Selbstverständlich spielt auch die Hygiene eine Rolle, denn je weniger Staub und Schmutz vorhanden sind, desto geringer ist das Nährstoffangebot für den Schimmelpilz. Daher sind regelmäßiges Wischen und Fegen unvermeidbar. Auch sichtbare Risse im Mauerwerk oder undichte Stellen an Wänden und Decken sollten bereits ausgebessert werden, ehe dadurch Feuchtigkeit eindringen kann.
Auf diese Weise lassen sich die meisten Auslöser komplett beseitigen und das eigene Heim bleibt frei von den gesundheitsgefährdeten Schimmelpilzen.

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